Förtschendorf, im engen Tal der Haßlach fügt sich reizvoll in die Landschaft ein. 
Als "Berchtesgaden des Frankenwaldes" ist es über die Gemeindegrenzen hinaus ein Begriff.


foertschendorf


Wandern in Förtschendorf auf den Spuren von Edgar Barnickel...!


 auf den Spuren von Edgar Barnickel...!

Geschichtliche Beschreibung des Ortes „Förtschendorf im Frankenwald“

 

Der Name Förtschendorf soll aus dem Wort „Forsco“ (Erforscher des Rechts) gebildet worden sein, des Rechts, das durch die Zentgrafen und Richter ausgeübt wurde. Im Archiv ist der Ort 1250 erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 1329 bestätigte Kaiser Ludwig der Bayer dem Markte Teuschnitz das Blutgericht, und hier wird auch Förtschendorf als ein Bestandteil des Blutgerichts aufgeführt. Förtschendorf gehörte von 1305 bis 1803 zum Bistum Bamberg und kam erst nach der Säkularisation zum Kurfürstentum Bayern.
Aber die Förtschendorfer widerstrebten der Herrschaft der Herren von Würtzburg, und bei den Streitigkeiten der Reformation schlossen sie sich mit ihrem katholischen Glauben enger an Teuschnitz an. 1626 gelang es auch Bischof Johann Philipp von Gebsattel, den protestantischen Prädikanten mit Unterstützung von 200 Musketieren aus Rothenkirchen zu vertreiben. Für alle katholischen Bürger Förtschendorfs bedeutete der Kirchenbesuch in Rothenkirchen einen anstrengenden Fußmarsch, und so gründeten sie unter Leitung des H. H. Geistlichen Rates Heinz von Rothenkirchen einen Kirchenverein. Doch die Inflation zerstörte alle Pläne, nur der Altar der Kremnitzkapelle bei Teuschnitz stand in der neuen Kirche, die am 15. September 1929 durch Exz. Erzbischof Dr. Jakobus Ritter von Hauck eingeweiht wurde. Bereits 1834 richteten die fortschrittlichen Bürger von Förtschendorf im Hause Nr. 23 ein Schulzimmer ein und bauten 1863 in der Dorfmitte eine Schule, und 1903 errichteten sie die große Schule an der Haßlach. Als 1846 mit dem Bau der neuen Talstraße begonnen wurde und die Eisenbahn nur bis Stockheim fuhr, gewann Förtschendorf durch den Durchgangsverkehr an Bedeutung. Viele Bauern betätigten sich mit ihren Fuhrwerken als Zubringer und vernachlässigten ihre Landwirtschaft.
In dieser Zeit, im Jahre 1846, entstand auch der Gasthof „Frankenwald“. Am 10. August 1885 fuhr dann die Bahn von der Station Rothenkirchen bis Steinbach/Wald. Durch diese günstige Verkehrslage änderte sich das Leben der Bewohner von Förtschendorf, die bisher ihrem kargen Boden nur wenig abringen konnten  und meist als Holzbauern ihr Holz den Main hinabflößten, um es zu verkaufen. Jetzt kamen hier Wandel und Verkehr zur vollen Blüte. Aber die beiden schweren, in ihren Folgen so verhängnisvollen Weltkriege haben in der überaus fleißigen und zielstrebig arbeitenden Gemeinde große Opfer an Gut und Leben gefordert. Es trat vorübergehend in der Weiterentwicklung von Handel und Gewerbe ein Stillstand ein. Nur der Initiative und dem Arbeitswillen der Gemeindeverwaltung und der Einwohner ist es zu verdanken, dass das Geschäftsleben immer wieder neu erstarkte. Eine Brauerei, zwei Steinbrüche und ein Sägewerk trugen viele Jahre zum Wohlstand der Bevölkerung bei.

 

Die Schulreform der späteren 60er Jahre des 20. Jahrhunderts führte dazu, dass die Schulkinder die Schulen in Rothenkirchen bzw. in Pressig besuchten, und mit dem Kindergartenneubau in Rothenkirchen wurde die langjährige Verbindung zum Kindergarten  Wickendorf abgebrochen. Im Jahre 1978 kam Förtschendorf im Zuge der Gemeindegebietsreform zum Markt Pressig. Der Großteil der im Erwerbsleben Stehenden ist außerhalb von Förtschendorf  tätig. Ein reges Vereinsleben sorgt für sportliche, kulturelle und gesellschaftliche Ereignisse im Ort. Die idyllische Lage des Dorfes, das auch „Berchtesgaden des Frankenwaldes“ genannt wird, gilt heute als beste Voraussetzung einer günstigen Entfaltung des Fremdenverkehrs. Bei guter Fernsicht kann man von den Höhen des Teuschnitzer Berges bis zum Staffelberg bzw. zur Altenburg nach Bamberg schauen. Zwei herrliche Gasthöfe und ein Cafe mit Bistro laden den Erholungssuchenden und Wanderer gerne zur Einkehr ein.

Förtschendorf