Marktgemeinderat Pressig stellt einstimmig die Weichen für die Zukunft

05. Mai 2026: In einer von Verantwortung, Ehrlichkeit und zugleich großer Geschlossenheit geprägten Sitzung hat der Marktgemeinderat Pressig am Dienstag den Haushalt 2026 sowie den Finanz- und Investitionsplan bis 2029 einstimmig beschlossen.
Grundschule Rothenkirchen 1

Es war eine Sitzung, die deutlich machte: Die Herausforderungen für die Kommunen werden größer – aber ebenso der Wille, gemeinsam Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.

Bürgermeister Stefan Heinlein sprach in seiner Haushaltsrede offen über die schwierigen Rahmenbedingungen, vor denen der Markt Pressig und viele Kommunen aktuell stehen. Der Haushalt sei ein Spiegel dessen, „was die kommunale Familie gemeinsam trägt und auch aushalten muss“. Steigende Umlagen, sinkende Schlüsselzuweisungen und weiterhin hohe Kostenentwicklungen würden die Kommunen zunehmend unter Druck setzen. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an die Gemeinden stetig weiter.

„Jeder sieht oft nur sein eigenes Problem, aber nicht die Herausforderungen des großen Ganzen“, betonte Heinlein. Der Haushalt 2026 sei deshalb „kein Haushalt der Wünsche, sondern ein Haushalt der Pflicht und der Notwendigkeit“. Viele Entscheidungen seien nicht bequem, aber sachlich richtig und alternativlos.

Im Mittelpunkt der kommenden Jahre steht dabei der Neubau der Grundschule Rothenkirchen – die größte Investition in der Geschichte des Marktes Pressig. Für Bürgermeister Heinlein ist dabei klar: „Das ist keine Ausgabe, sondern eine Investition in unsere Kinder und in unsere Zukunft.“

Daneben treibt die Gemeinde zahlreiche weitere Projekte voran: die Sicherung der Wasserversorgung, die Sanierung der Kanalnetze, den Ausbau der digitalen Infrastruktur sowie die städtebauliche Entwicklung im gesamten Gemeindegebiet. All dies erfordere erhebliche finanzielle Mittel und führe zwangsläufig auch zu einer höheren Verschuldung der Gemeinde.

Doch auch hierzu fand Heinlein klare Worte: „Diese Schulden sind keine Last ohne Gegenwert. Es sind Investitionen, die notwendig sind, damit unsere Gemeinde auch morgen noch lebenswert und leistungsfähig bleibt.“ Man habe priorisiert, Maß gehalten und bewusst entschieden, nicht alles gleichzeitig umzusetzen. „Schritt für Schritt, mit Augenmaß und Verantwortungsbewusstsein“, so der Bürgermeister.

Besonders emotional wurde Heinlein mit Blick auf das noch bestehende Ratsgremium. Viele der Maßnahmen seien gemeinsam entwickelt, diskutiert und auf den Weg gebracht worden. Deshalb sei es nur folgerichtig, diesen Weg auch gemeinsam zu Ende zu gehen. Hintergrund ist die Verabschiedung von zwei Gemeinderätinnen und sieben Gemeinderäten in den kommenden Tagen.

Dank sprach der Bürgermeister dabei dem gesamten Marktgemeinderat, dem Finanzausschuss, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung sowie insbesondere Kämmerer Antonio Sauchella aus, der erneut einen genehmigungsfähigen Haushalt vorlegen konnte. Ebenso dankte Heinlein dem Landkreis Kronach mit Landrat Klaus Löffler sowie Kreiskämmerer Marc Peter Biedermann dafür, dass die Belastungen nicht vollständig an die Kommunen weitergegeben wurden. „Das zeigt, wir stehen nicht allein, sondern gemeinsam für unsere Region ein.“

Kämmerer Antonio Sauchella stellte anschließend das umfangreiche Zahlenwerk vor. Das Haushaltsvolumen des Marktes Pressig beträgt im Jahr 2026 insgesamt 14.001.500 Euro. Davon entfallen 8.966.700 Euro auf den Verwaltungshaushalt und 5.034.800 Euro auf den Vermögenshaushalt.

Sorge bereiteten insbesondere die sinkenden Schlüsselzuweisungen, die im Vergleich zum Vorjahr von rund 1,7 Millionen Euro auf 1,3 Millionen Euro zurückgehen, sowie die steigende Kreisumlage. Dennoch sei es gelungen, durch konsequente Einsparungen und verantwortungsvolle Haushaltsführung einen genehmigungsfähigen Haushalt aufzustellen und eine Zuführung an den Vermögenshaushalt von rund 410.000 Euro zu erreichen.

Der Schuldenstand des Marktes Pressig steigt auf derzeit 7.241.446 Euro an, nachdem er im Vorjahr noch bei rund 5,5 Millionen Euro lag. Gleichzeitig sind Investitionen in Höhe von 4.526.500 Euro vorgesehen. Zu den größten Maßnahmen zählen neben dem Neubau der Grundschule Rothenkirchen die Städtebauentwicklung, die energetische Sanierung des Hallenbades, die Erneuerung einer Brücke bei Posseck, Investitionen in Kanal- und Wasserversorgung sowie der Breitbandausbau.

Im Finanzplan für die Jahre 2027 bis 2029 sind weitere Investitionen zwischen 1,0 und 11,5 Millionen Euro eingeplant. Dies könne nur gelingen, so Sauchella, wenn künftige Kredite durch Sondertilgungen konsequent reduziert werden.

Stabile Einnahmen aus Einkommensteueranteilen, Gewerbesteuer und Gebühren ermöglichen dem Markt Pressig weiterhin die Erfüllung seiner täglichen kommunalen Aufgaben. Unterstützend wirken zudem Fördermittel der Regierung von Oberfranken, auch wenn es bei einzelnen Förderprogrammen weiterhin zeitliche Verzögerungen bei den Mittelbewilligungen gebe.

Zusammenfassend stellte der Kämmerer fest: „Der Markt Pressig steht vor großen Herausforderungen, aber auch vor großen Chancen.“ Mit den vorgesehenen Investitionen werde aktiv an der Zukunft der Heimat gearbeitet – mit Augenmaß und Verantwortungsbewusstsein.

Zweiter Bürgermeister Wolfgang Förtsch dankte im Namen des gesamten Gremiums dem Kämmerer sowie dem Verwaltungsteam und sprach Respekt und Anerkennung für den ausgeglichenen Haushalt aus. Trotz der enormen Investitionen könne man dem Zahlenwerk deshalb auch einstimmig die Zustimmung erteilen.

Einstimmig bestätigt wurden zudem die von der Freiwilligen Feuerwehr Pressig gewählten Kommandanten: Daniel Bartsch als 1. Kommandant, Andre Stadelmann als stellvertretender Kommandant sowie Thomas Frashek als weiterer Stellvertreter.

Das Bild zeigt: Die größte Investition des Marktes Pressig wird der Neubau der Grundschule Rothenkirchen sein.